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Fünf Reisezoom-Kameras im Vergleich

  • Canon PowerShot SX700 HS – 270 Euro
  • Nikon Coolpix S9700 – 325 Euro
  • Olympus Stylus SH-1 – 340 Euro
  • Panasonic Lumix DMC-TZ61 – 360 Euro
  • Sony Cybershot DSC-HX60V – 360 Euro
    (Preise Stand Juli 2014)

Die Foto-Bude gibt's zwar erst seit zwei Jahren, aber dieser Vergleichstest hat schon Tradition: Reisezoom-Kameras. Angefangen habe ich mit einem Dreier-Vergleich, vergangenes Jahr gab's den Fünfer-Vergleich und dieses Jahr – wieder fünf Modelle die gegeneinander antreten. Schaut man auf die Hersteller, die Im Juni 2013 dabei waren, fällt auf, dass bis auf einen alle wieder dabei sind. Mit von der Partie sind Canon, Nikon, Panasonic und Sony. Wer fehlt? Fujifilm. Warum? Weil es kein Nachfolgemodell zur F900EXR gibt. Und welcher Hersteller ist neu dazugekommen? Olympus mit der Stylus SH-1. Eine schicke Kompakte, ganz im Stil der übrigen Olympus-Modelle.

Was macht die Reisezoomer eigentlich so beliebt? Klar, sie sind klein und leicht, man kann sie problemlos in die Jackentasche stecken. Sie sind mit allen wichtigen Funktionen ausgestattet, haben WiFi, einige auch GPS, haben einen großen Zoombereich und liefern ordentliche Bildqualität – also alles was man unterwegs braucht. Denn es gilt immer noch der Spruch: Die besten Bilder macht man mit der Kamera, die man dabei hat. Klar kann man die Bildqualität nicht mit der einer großen System- oder Spiegelreflexkamera vergleichen, aber das will man ja auch nicht. Wer so eine Kamera nutzt, der möchte schöne Schnappschüsse machen und weiß, dass man mit so einer Knipse nicht Freistellen kann, weil der Sensor dazu einfach zu klein ist.

Wie gewohnt, teste ich die Kameras nicht in einem Durchgang, sondern nach und nach. Es lohnt sich also immer mal wieder hier reinzuschauen und zu verfolgen, wie es weitergeht. Einziger Unterschied zu den letzten beiden Reisezoom-Tests: Der findet zu Hause statt und nicht auf der Insel. 

Bevor's mit dem Fotografieren los geht, müssen alle Kameras erst mal flott gemacht werden: Akkus laden und Speicherkarten rein. Und dabei sind wir schon bei den ersten beiden Themen. In alle Kameras kommen normale SD-Speicherkarten. Warum ich das erwähne? Weil einige kompakte Kameras inzwischen mit Micro-SD-Karten arbeiten. Das nächste Thema: Die Akkuladegeräte. Nur Canon liefert ein normales Ladegerät mit, in dem der Akku außerhalb der Kamera geladen werden kann. Warum das wichtig ist? Weil ich es ärgerlich finde, dass bei Kameras dieser Preisklasse nur Ladegeräte mitgeliefert werden, mit denen der Akku ausschließlich in der Kamera geladen werden kann. Die kleinen Akkus haben kaum Power und wer längere Ausflüge machen möchte, sollte auf jeden Fall mindestens einen Ersatz-Akku mitnehmen – besser zwei. Und den möchte man ja nicht in der Kamera laden, da man die so lange nicht benutzen kann. Deswegen auch mein Tipp: Ersatzakkus inklusive Ladegrät kaufen. 

Während die Akkus mit Energie vollgepumpt werden, ist es eine gute Gelegenheit, die Basisdaten der Kameras zu präsentieren. Und da Reiszoomkameras ja das halten sollen, was sie versprechen, sind Gewicht und Größe wichtig. Denn eine solche Kamera soll ja während des Ausflugs in der Jackentasche verschwinden. Und da kommen weder hohes Gewicht noch fette Abmessungen gut an. Also hier die Übersicht:

  Breite Höhe Tiefe Gewicht
Canon PowerShot SX700HS (links) 11,3 cm 6,6 cm 3,5 cm 270 Gramm
Nikon Coolpix S9700 (2. von links) 11,0 cm 6,4 cm 3,5 cm 232 Gramm
Olympus Stylus SH-1 (mitte) 10,9 cm 6,3 cm 4,2 cm 271 Gramm
Panasonic Lumix DMC-TZ61 (2. von rechts) 11,1 cm 6,4 cm 3,4 cm 240 Gramm
Sony Cybershot DSC-HX60V (rechts) 10,8 cm 6,4 cm 3,8 cm 272 Gramm

Die Leichtgewichte der Gruppe sind die Nikon und die Panasonic. Mit etwas mehr als 200 Gramm sind beide wirklich gut tragbar. Bei den Abmessungen liegen beide gleich auf und unterscheiden sich nur durch jeweils einen Millimeter in der Breite und Tiefe. Rund 30 Gramm mehr bringen die übrigen drei Modell auf die Waage. Auch die Abmessungen sind kaum größer. Lediglich die Olympus ist mir gut vier Zentimetern etwas dicker als die übrigen Modelle. Insgesamt taugen alle Modelle hinsichtlich Größe und Gewicht für unterwegs und passen locker in eine Jacken- oder Hosentasche. Dabei sei allerdings noch auf ein Punkt hingewiesen: Bei allen Kameras steht das Objektiv ein wenig raus, so dass die Kameras nicht gut in enge Hosentaschen gleiten. Einzig die Nikon ist ein wenig besser, da das Gehäuse am Objektiv ein wenig rund geformt ist.

Nun geht's weiter mit den Sensoren und Objektiven.

  Zoomfaktor Brennweite Blende Megapixel
Canon PowerShot SX700HS 30fach 25 – 750 mm  f3.2 – f6.9 16 Megapixel (1/2,3 Zoll)
Nikon Coolpix S9700 30fach 25 – 750 mm f3.7 – f6.4 16 Megapixel (1/2,3 Zoll)
Olympus Stylus SH-1 24fach 25 – 600 mm f3.0 – f6.9 16 Megapixel (1/2,3 Zoll)
Panasonic Lumix DMC-TZ61 30fach 24 – 720 mm f3.3 – f6.4 18 Megapixel (1/2,3 Zoll)
Sony Cybershot DSC-HX60V 30fach 24 – 720 mm f3.5 – f6.3 20 Megapixel (1/2,3 Zoll)

Vier der fünf Modelle glänzen mit einem 30fach-Zoom. Lediglich die Olympus begnügt sich mit einem 24fach-Zoom, der in meinen Augen aber auch völlig ausreichend ist. Die geringste Ausgangsbrennweite (Weitwinkel) haben die Panasonic und Sony jeweils mit 24 Millimetern. Nur einen Millimeter mehr haben die übrigen drei Modelle. Insgesamt ist das sehr positiv zu bewerten, denn früher hatten die Superzoomkameras Ausgangsbrennweiten von 28 und mehr Millimetern. Wirft man noch einen Blick auf die Blendenöffnungen, so fallen die Unterschiede hier recht gering aus. Die Ausgangsblende im Weitwinkelbereich liegt zwischen f3.0 und f3.7, im Telebereich zwischen f6.4 und f6.9. Die kleinste Blendenöffnung beträgt bei der Canon, Nikon, Panasonic und Sony f8.0. Lediglich die Olympus hat eine kleine Blende, nämlich f8.7. Geht man auf eine Telebrennweite, verringert sich die Blende sogar auf f20. Allerdings kann man in der manuellen Einstellung lediglich zwischen der größten und kleinsten Blende wählen, Zwischenstufen sind nicht möglich. 

Megapixel und Sensorgrößen

Bei den Megapixeln hat sich im Vergleich zu den Vorgängermodellen nur wenig getan. Die Sony bleibt mit ihren 20 Megapixeln an der Spitze. Ihr folgt die Panasonic mit 18 Megapixeln, die übrigen drei Modelle haben jeweils 16 Megapixel. Wie sich das auf die Bildqualität auswirkt – gerade bei höheren ISO-Einstellungen – wird sich zeigen.

Noch ein Wort zu den Sensorgrößen: In allen Kameras arbeiten 1/2,3 Zoll-Sensoren. Das entspricht einer Größe von 6,2 x 4,6 Millimeter und einem Brennweitenverlängerungsfaktor von 5,6fach. 

Aber nun ist's genug mit der Theorie. Die Akkus sind geladen und jetzt heißt es, sich erst mal mit den verschiedenen Modellen zu beschäftigen, um später bei den Testaufnahmen alle Einstellungen möglichst schnell machen zu können. Außerdem ist das eine gute Gelegenheit, um heraus zu finden, wie die Kameras in der Hand liegen, wie die Menüs aussehen und wie sich Schalter und Knöpfe bedienen lassen. Mit von der Partie ist wieder meine Ira, die Technik-Perle. Ihr habe ich die Knipsen auch in die Hand gedrückt für eine erste Einschätzung. Wohlgemerkt sind es unsere ersten Eindrücke zu den Kameras. Aber wie sagt man bei Menschen: Die ersten fünf Sekunden entscheiden über sympathisch oder unsympathisch. Sicher ist das bei Kameras etwas anderes, denn es kommt ja nicht nur auf den ersten Eindruck an, sondern vor allem auf die inneren Werte wie Ausstattung und Bildqualität. Also los geht's.

Canon PowerShot SX700 HS – Der Griffsteg auf der Vorderseite der Canon ist nur sehr wenig ausgeprägt, aber immerhin leicht gummiert. Auf der Rückseite gibt es keine Daumenstütze sondern lediglich das Programmwahlrad, das etwas Halt bietet. Die Knöpfe und Schalter sind gut angeordnet, allerdings geht das Wahlrad etwas schwergängig. Das Menü ist recht übersichtlich gestaltet und verständlich. Über die FUNC/SET-Taste wird ein Quickmenü aufgerufen, in dem die wichtigsten Kameraeinstellungen gemacht werden können. Die Canon hat keinen Touchscreen. 

Die Technik-Perle: "Die Canon ist recht schick, hat aber keine Daumenstütze und liegt nicht so gut in der Hand. Das Drehrad ist extrem schwergängig. Die Menüs sind zwar übersichtlich aber schlecht strukturiert und man findet nicht alle Funktione auf Anhieb. Am besten gefällt mir das Kreativprogramme, das ich schon von der Canon PowerShot N kenne."

Nikon Coolpix S9700 – Die Nikon hat eine glänzende, recht glatte Oberfläche. Der Griffsteg auf der Vorderseite ist nicht besonders stark ausgeprägt, dafür aber die Daumenstütze auf der Rückseite – daher liegt die Nikon trotz des kleinen Griffs recht sicher in meiner Hand. Das Programmwahlrad lässt sich leicht drehen. Alle Knöpfe und Drehräder sind gut angeordnet. Das Menü ist übersichtlich und gut verständlich. Auch die Nikon hat keinen Touchscreen. 

Die Technik-Perle: "Die Nikon verkauft sich unter Wert, weil das Gehäuse billig aussieht und sich nicht hochwertig anfasst. Das Drehrad ist endlich logisch aufgebaut und die Menüs sind gut strukturiert und verständlich. Alle wichtigen Funktionen sind vorhanden – die Lächelfunktion gefällt mir besonders gut, vor allem weil sie direkt mit dem Drehrad aufgerufen werden kann."

Olympus Stylus SH-1 – Sehr gut in der Hand liegt die Olympus. Ein gut ausgeformter Griffsteg auf der Vorderseite und eine gut dimensionierte Daumenstütze auf der Rückseite der Kameras machen's möglich. Alle Tasten und Drehräder sind gut angeordnet und lassen sich gut erreichen. Insgesamt macht die Olympus einen sehr wertigen Eindruck. Die Menüs sind gut strukturiert und nicht so unübersichtlich und verschachtelt wie bei den Systemkameras. Hier hat Olympus alles richtig gemacht. Erfreulich: Die SH-1 hat als einzige einen Touchscreen, mit dem sich der Autofokuspunkt blitzschnell per Fingerzeig verschieben lässt.

Die Technik-Perle: "Mein Liebling. Die Olympus ist mit dem Retro-Stil ein echter Hingucker. Mein Lieblingsprogramm: Die Fotostory – echt super, um Postkarten zu gestalten und per App zu verschicken. Auch die anderen Programme bieten alles was man braucht, inklusive der tollen ART-Filter. Endlich versteht man auch das Menü und ist einfach strukturiert und gut aufgebaut. Klasse finde ich auch den Touchscreen."

Panasonic Lumix DMC-TZ61: Die Panasonic ist angenehm flach. Die Daumenstütze ist ausreichend groß und auf der Vorderseite sorgt der gummierte Griff für sehr guten Grip. Trotz meiner großen Hände, liegt die TZ61 gut in der Hand. Die Tasten und das Drehrad sind gut angeordnet und lassen sich gut bedienen. Ein Manko hat die TZ61 allerdings: Den Touchscreen der TZ41 gibt es nicht mehr. Dafür – und das ist einmalig im Testfeld – hat die TZ61 einen eingebauten elektronischen Sucher. Die Menüs sind wie gehabt recht übersichtlich und verständlich.

Die Technik-Perle: "Schlicht und schön – liegt gut in der Hand, da sie leicht ist. Das Menü ist einfach aufgebaut, gut verständlich, aber dennoch alles drin, was man braucht. Gut finde ich, dass man zwei individuelle Speicher auf dem Drehrad hat. Das große Highlight für mich ist der Sucher. Der ist zwar recht klein, aber bei strahlendem Sonnenschein eine echte Hilfe."

Sony Cybershot DSC-HX60V –  Die Sony liegt dank des großen gummierten Griffs auf der Vorderseite sehr gut in meiner Hand – und das obwohl die Daumenstütze auf der Kamerarückseite sehr klein und nicht griffig ist. Knöpfe und Drehräder sind gut angeordnet. Erfreulich: Die Belichtungskorrektur kann direkt über ein Drehrad auf der Oberseite eingestellt werden. Die Menüs sind wie bei allen Sony-Kameras recht übersichtlich. Mit einem Druck auf die Fn-Taste lässt sich ein Quick-Menü aufrufen. Gut sind die ausführlichen Hilfetexte. Die Sony ist die einzige, auf die ein externer Blitz gesteckt werden kann – und ein elektronischer Sucher.

Die Technik-Perle: "Wie eine typische Sony: Schlichtes und hochwertiges Design. Die Kamera ist recht schwer, liegt aber durch den schönen großen Griff super in der Hand. Sie bietet eine Menge. Wenn man sich ein wenig damit beschäftigt hat, kann man viel aus der kleinen rausholen. Gut finde ich die Variante, bei der die Kamera im Vollautomatikmodus bei schlechtem Licht mehrere Bilder macht und zu einem kombiniert."

Noch ein Wort zu den Anschlüssen bevor es mit den Menüs und der Bedienung weiter geht. Alle Kameras haben einen USB- und HDMI-Anschluss. Die befinden sich bei allen Kameras seitlich hinter kleinen Klappen. Bei allen Kameras außer der Sony, lassen sich über den HDMI-Ausgang lediglich aufgenommen Fotos und Videos wiedergeben. Das Live-Bild wird nicht wiedergegeben. Nur bei der Sony ist das anders. Der HDMI-Ausgang ist unter der Kamera und das Live-Bild wird ausgegeben. Warum ich das erwähne? Einige haben es ja bereits mitbekommen, dass ich einen Copter mit Kamera fliege. Hier gibt es verschiedene Gewichtsklassen. Für die etwas leichteren Copter sind Kompaktkameras ideal. Allerdings gibt es eben nur wenige, die ein Live-Bild ausgeben, dass nach unten zum Piloten übertragen werden kann. Die Sony macht das. Allerdings ist der HDMI-Anschluss so unglücklich positioniert, dass man die Stativschraube praktisch nicht mehr nutzen kann. Hier ist Bastelarbeit angesagt. Ansonsten bietet sich die HX60V als Copter-Kamera an, da sie mit 270 Gramm nicht zu schwer ist und ein gutes Weitwinkel mit 24 Millimetern bietet. Außerdem kann sie in Full-HD mit 50p aufnehmen und einer Datenrate von 28 Mbps. Schaltet man auf NTSC um, so gehen sogar 60p. 

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